Muffin


Nachdem die Besitzerin plötzlich verstorben war wurde ich, im Mai 2014, von einem ehemaligen Praktikanten angerufen um zu helfen. Nachdem er meinte es sei dringend, machte ich mich gleich auf den Weg. So etwas hatte ich schon lang nicht mehr gesehen, eingesperrt auf ungefähr 15 m² ein Misthaufen, der sich schon teilweise in Erde verwandelt hat ca 1,50 m Hoch. Der braune Traber den ich fand hatte 35 cm lange Hufe, die dieses dünne Pferd kaum mehr heben konnte, es konnte nur noch bergab stehen, eine andere Möglichkeit gab es nicht.
Die Männer, die die Pferde versorgt hatten, boten mir eine Stallgabel an, damit ich mich vor dem bissigen Pferd verteidigen konnte. Es war ziemlich finster keine Fenster, eine einzige Glühbirne.
Ich lehnte die Stallgabel dankend ab und ging langsam, lächelnd auf den Traber zu.
Nachdem ich aus seiner Körpersprache erkennen konnte, dass er eigentlich nur auf der Hut war, falls ein Angriff von meiner Seite kommen würde, ging ich näher und stellte mich an die Boxentür - schon bald streckte er neugierig seinen Kopf zu mir her, und innerhalb einer Minute hatte er seinen Kopf auf meine Schulter gelegt und ließ sich streicheln.
Als ich einen Schritt zurückging und aus meinem Hosensack ein Leckerli hervorkramte, legte er den Kopf schief und in seinen Augen konnte ich erkennen, dass er genau wusste was ein Leckerli war aber schon lange keines mehr gesehen hatte.
Diese Situation erinnerte mich an Kinderaugen die ein Stück Kuchen sehen und sich nicht trauen es zu nehmen.
Nachdem er dunkelbraunes Fell hat taufte ich ihn in diesem Augenblick für mich Muffin (dunkelbrauner süßer englischer Schokokuchen), obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung hatte wem er gehörte und wie es weitergehen sollte.
Als ich dann herausgefunden hatte wer die Ansprechpersonen waren meldete sich zur gleichen Zeit das örtliche Tierheim, das mich ebenfalls um Hilfe bat. Ich rief Erwin, meinen Hufschmied, an und vereinbarte für den nächsten Tag einen Termin um die Hufe wieder in Ordnung zu bringen.
3 Wochen lang versorgten wir dann die Pferde vor Ort mit Hilfe des Praktikanten.
Snowflake, eine ca 20 Jahre alte Knabstrupperstute mit sehr ausgeprägtem Senkrücken, und wie sich später herausstellte katastrophalen Hufen ( ein Abszess "unter" dem anderen),war auch noch dort vor Ort.
Der Amtsschimmel wieherte - man kann nicht einfach so ein Pferd - obwohl es niemanden gab der sich darum kümmerte- woanders hinbringen.
Als dann kein Heu mehr zur Verfügung stand, war es endlich soweit, wir durften Muffin und Snowflake zu uns auf die Koppel stellen und sie versorgen, bis ein rechtmässiger Besitzer/ Erbe gefunden wurde. Dafür übernahm das Tierheim die Kosten (Futterkosten).
Drei Monate später rief mich dann ein Notar an der mir mitteilte, es gäbe niemanden für die Beiden und er wisse nicht was er machen sollte, es gibt kein Geld um die Beiden zu versorgen. Also übernahmen wir sie. Mittlerweile haben sie einige Freunde gefunden und genießen jeden Tag - Luft, Sonne, Bewegung, Futter und Wasser rund um die Uhr.
Muffin nimmt an Gewicht zu , seine Sehnen erholen sich langsam von der langen Fehlstellung , Strahlfäule hat er keine mehr, sein Fell ist glänzend und seine Augen leuchten wieder.
Um ein Leckerli zu bekommen hält er immer noch den Kopf schief und erobert sich damit die Herzen unserer Vereinsmitglieder.
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Nachdem die Besitzerin plötzlich verstorben war wurde ich, im Mai 2014, von einem ehemaligen Praktikanten angerufen um zu helfen. Nachdem er meinte es sei dringend, machte ich mich gleich auf den Weg. So etwas hatte ich schon lang nicht mehr gesehen, eingesperrt auf ungefähr 15 m² ein Misthaufen, der sich schon teilweise in Erde verwandelt hat ca 1,50 m Hoch. Der braune Traber den ich fand hatte 35 cm lange Hufe, die dieses dünne Pferd kaum mehr heben konnte, es konnte nur noch bergab stehen, eine andere Möglichkeit gab es nicht.
Die Männer, die die Pferde versorgt hatten, boten mir eine Stallgabel an, damit ich mich vor dem bissigen Pferd verteidigen konnte. Es war ziemlich finster keine Fenster, eine einzige Glühbirne.
Ich lehnte die Stallgabel dankend ab und ging langsam, lächelnd auf den Traber zu.
Nachdem ich aus seiner Körpersprache erkennen konnte, dass er eigentlich nur auf der Hut war, falls ein Angriff von meiner Seite kommen würde, ging ich näher und stellte mich an die Boxentür - schon bald streckte er neugierig seinen Kopf zu mir her, und innerhalb einer Minute hatte er seinen Kopf auf meine Schulter gelegt und ließ sich streicheln.
Als ich einen Schritt zurückging und aus meinem Hosensack ein Leckerli hervorkramte, legte er den Kopf schief und in seinen Augen konnte ich erkennen, dass er genau wusste was ein Leckerli war aber schon lange keines mehr gesehen hatte.
Diese Situation erinnerte mich an Kinderaugen die ein Stück Kuchen sehen und sich nicht trauen es zu nehmen.
Nachdem er dunkelbraunes Fell hat taufte ich ihn in diesem Augenblick für mich Muffin (dunkelbrauner süßer englischer Schokokuchen), obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung hatte wem er gehörte und wie es weitergehen sollte.
Als ich dann herausgefunden hatte wer die Ansprechpersonen waren meldete sich zur gleichen Zeit das örtliche Tierheim, das mich ebenfalls um Hilfe bat. Ich rief Erwin, meinen Hufschmied, an und vereinbarte für den nächsten Tag einen Termin um die Hufe wieder in Ordnung zu bringen.
3 Wochen lang versorgten wir dann die Pferde vor Ort mit Hilfe des Praktikanten.
Snowflake, eine ca 20 Jahre alte Knabstrupperstute mit sehr ausgeprägtem Senkrücken, und wie sich später herausstellte katastrophalen Hufen ( ein Abszess "unter" dem anderen),war auch noch dort vor Ort.
Der Amtsschimmel wieherte - man kann nicht einfach so ein Pferd - obwohl es niemanden gab der sich darum kümmerte- woanders hinbringen.
Als dann kein Heu mehr zur Verfügung stand, war es endlich soweit, wir durften Muffin und Snowflake zu uns auf die Koppel stellen und sie versorgen, bis ein rechtmässiger Besitzer/ Erbe gefunden wurde. Dafür übernahm das Tierheim die Kosten (Futterkosten).
Drei Monate später rief mich dann ein Notar an der mir mitteilte, es gäbe niemanden für die Beiden und er wisse nicht was er machen sollte, es gibt kein Geld um die Beiden zu versorgen. Also übernahmen wir sie. Mittlerweile haben sie einige Freunde gefunden und genießen jeden Tag - Luft, Sonne, Bewegung, Futter und Wasser rund um die Uhr.
Muffin nimmt an Gewicht zu , seine Sehnen erholen sich langsam von der langen Fehlstellung , Strahlfäule hat er keine mehr, sein Fell ist glänzend und seine Augen leuchten wieder.
Um ein Leckerli zu bekommen hält er immer noch den Kopf schief und erobert sich damit die Herzen unserer Vereinsmitglieder.
